Inspiration Artikel

Wandern
mit Gämsen

Es ist 6 Uhr morgens. Wir treffen uns mit Pierre im Refuge du Sotré in Xonrupt-Longemer. Dann geht es Richtung Bergkammstraße in der Hoffnung, auf Gämsen zu treffen.

Heute Morgen heißt es früh aufstehen. Pierre, unser Bergführer, erwartet uns im Refuge du Sotré. Es ist etwas frisch, aber schon das erste Tageslicht versetzt uns in bewunderndes Erstaunen. Wir entdecken den fantastischen Blick über das Tal und den See von Xonrupt-Longemer.

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Nach dem ersten Kennenlernen durchquert unsere kleine Gruppe einen Buchenwald, der letzte vor den Gipfeln. Rasch verändert sich abrupt die Landschaft und am Horizont eröffnen sich uns Hochweiden, bedeckt mit Heidekraut und Heidelbeersträuchern. Die wenigen windgeschüttelten Bäume, die hier wachsen, weisen eigenartige Formen auf.

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Über dem Vogesenmassiv geht die Sonne auf und blendet uns. Pierre nutzt die Gelegenheit für einen ersten Halt und zeigt uns den Enzian, aus dem der berühmte Branntwein hergestellt wird. Gleichzeitig zeigt er uns die Reste der Straßenbahn des Col de la Schlucht, die 1904 die ersten Besucher hier hinaufbrachte.

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Langsam nähern wir uns den Gipfeln. Der Pfad wird schmäler und gibt einen schwindelerregenden Blick auf die steilen Felsenwände frei. Die Landschaft erstreckt sich weit über die Elsässer Hänge des Gebirges. Nur der Gesang der Vögel ist zu vernehmen. Die Gämsen dürften nicht mehr weit sein.

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Wir setzen unseren Weg fort und plötzlich hält Pierre: Er hat 2 Gämsen am fernen Berghang gesehen. Ferngläser werden herausgeholt, fasziniert entdecken wir diese wilden Tiere in ihrer natürlichen Umgebung.

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Wir gehen den Bergkamm entlang, während Pierre seinen Botanikkurs fortsetzt. Wir laufen durch Wilden Fenchel, dessen Geruch sich bei jedem unserer Schritte verbreitet. Daneben wächst wildes Arnika. Diese schöne gelbe Blume ist berühmt für ihre heilende Wirkung und wohltuende Eigenschaften. Wir begnügen uns mit ihrem Anblick, denn das Pflücken wird streng kontrolliert!

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Und wieder sehen wir Gämsen. Viel näher dieses Mal. „Aber Achtung“, warnt uns Pierre, „wir dürfen sie nicht stören. ier werden die Zäune nicht wegen der Tiere gesetzt, sondern wegen uns. Wir sind im Herzen des regionalen Naturparks der Vogesenbelchen und die Natur zu respektieren ist hier Gebot.“ Schweigend genießen wir einige Minuten lang das herrliche Schauspiel.

M. Laurent

Wir erreichen den Gipfel des Hohneck auf 1 363 m Höhe und nehmen uns Zeit, das 360°-Panorama zu bewundern. Der klare Himmel lässt uns die Alpen entdecken und selbst den Mont Blanc erahnen.

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Die Sonne steht mittlerweile schon höher am Himmel. Es wird Zeit für den Abstieg zum Refuge. Wir sind jetzt fast 2 Stunden unterwegs und nur wenigen Wanderern begegnet. Die Weiden sind wieder mit Blumen und hohen Gräsern geschmückt. Ein letzter Glückstreffer: Eine andere Gämse taucht nicht weit weg von uns auf, fast als ob sie uns auf dem Rückweg begleiten würde. Sie kreuzt unseren Pfad und verschwindet in der Ferne.

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Es ist 8.30 Uhr, man erkennt das Dach des Refuge du Sotré. Die Wanderung ist zu Ende. Während die ersten Gäste aufstehen, genießen wir ein wohlverdientes Frühstück auf der Terrasse. Ein schöner Moment, um mit Pierre die noch frischen magischen Augenblicke zu teilen, die wir gerade erlebt haben. Wir haben rund fünfzehn Gämsen gesehen, atemberaubende Landschaften bewundert, viel über die lokale Fauna erfahren und eine unvergessliche Begegnung erlebt.

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